Denkmal einer – gesamte Festung wird Denkmal!

Denkmal_hurraDie aktuellen Nachrichten geben Anlass zur Freude: Die Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE), so hat es den Anschein, wird nach ausgiebiger Prüfung dem Antrag des Festungsbauvereins und anderer stattgeben und, nimmt man den Titel der Einladung der Stadtverwaltung wörtlich, die Festung Landau als Ganzes unter Schutz stellen!

Hurra!

Untertitel der Veranstaltung ist „Bedeutung und Konsequenzen für die Stadtentwicklung Landaus“. Das ist sicher der spannendste Punkt: Was bedeutet das für den Bürger, den Grundstückseigentümer? Und wie gehen wir zukünftig mit den Funden um? Wie wird die Festung in der Stadtplanung verankert? Zeigen statt Verdecken. Integrieren und Inszenieren statt Überbauen – Die Vorschläge des Festungsbauvereins liegen schon seit Jahren auf dem Tisch.

Da die Behörden bislang keine weiteren Details zur Unterschutzstellung und zum weiteren Umgang veröffentlicht haben, erwartet der Verein sich viel von diesem Termin.

Die seit dem Abbruch des einst fast vollständig erhaltenen Werk 38 vergangenen Jahre hat der Verein sehr gut genutzt und diesen Moment vorbereitet: Die Festung wird als Denkmal eingetragen. Der Verein wird das Jahr 2017 für eine Imagekampagne pro Festung nutzen (siehe Bild).

Ein positives Image alleine reicht nicht!

Der Verein hat schon 2014 eine Lösung formuliert, die Entwicklung eines klaren Konzepts, wie mit der Festung und archäologischen Funden umgegangen wird. Für Investoren und Besitzer von Grundstücken mit archäologischen Resten muss bereits ganz am Anfang ihrer Planung erkennbar sein, was das bedeutet, um die Planung darauf abzustellen. Es braucht dann Lösungen, die einen Erhalt genauso ermöglichen, wie die Verwirklichung der Vorstellungen des Eigentümers.

Nur so gelingt nach Erachten des Vereinsvorstands der Weg weg vom möglichen Investorenschreck hin zu einem Mehrwert – auch für Investoren: Mit der Festung kann sich ein Neubau bestenfalls genauso schmücken wie die ganze Stadt.

Der Verein appelliert auch, mit einem gewissen Selbstwertgefühl mit Investoren zu sprechen. Immer öfter wollen Bauherren, Investoren, Banken und Filialisten einer Stadt mit ihrem Gebäude ihre aufzwingen.

„Städte werden dadurch aber nicht vielfältig oder modern, sondern beliebig und austauschbar.“

so Frank Krämer, stellvertretender Vorsitzender.

„Landaus Marke aber wird geprägt durch ihre Bauten und ihre Geschichte.“

Die jüngere Vergangenheit hat gezeigt, dass es möglich ist, etwa die historische Altstadt zu bewahren und trotzdem moderne Akzente zu setzen: Beim Bau des H+M-Gebäudes wurde der Spagat geschafft. Das historische Stadtgefüge blieb erhalten, indem sich die große Nutzung als schlanker Baukörper mit Satteldach ins Stadtbild einfügt. Ein Wermutstropfen war der Verlust des mittelalterlichen Rundturmstumpfs, der im Bauablauf zu Tage kam. Mit einer Voruntersuchung des Geländes hätte dieser ohne weiteres in den Neubau integriert werden – und nun etwa die Unterwäscheabteilung beherbergen können: Gegenüber anderen Filialen wäre das ein absolutes Alleinstellungsmerkmal.

Der historische Stadtkern ist ein Standortfaktor, den viele unterschätzen. Die Einbußen an historischer Substanz wurden in der Vergangenheit von Politik und Verwaltung viel zu leicht genommen.

Wir wünschen uns von der Stadtverwaltung und der gewählten Politik, dass die Unterschutzstellung und der damit verbundene alte und neue Beinamen „Festungsstadt“ rasch als das verstanden werden, was sie sind:

Eine geniale Möglichkeit des Imagezuwachses, ja ein Ritterschlag für Landau. Das zu begreifen und die Stadtentwicklungspolitik darauf ausrichten, ist die Aufgabe für die folgenden Monate – als erstes wäre endlich ein klares Konzept zur Sichtbarmachung der Festung zu verfolgen.

Die Unterschutzstellung ist ein Ereignis, das bundesweit und auch in Frankreich in der Presse seinen Niederschlag finden, den Bekanntheitsgrad Landaus steigern, die “Marke Landau” aufwerten und viele weitere Besucher anlocken wird.

„Der Festungsbauverein freut sich auf ein großartiges Jahr 2017 und wird als Partner der Stadtverwaltung dazu beitragen, dass die Unterschutzstellung eine weitere Erfolgsgeschichte unserer Stadt wird.“

schließt die Vorsitzende Juliane Letz.

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